Mysore Style – Eine Praxis für alle

Die Mysore Praxis ist für all jene geeignet, die eine traditionelle und tief transformierende Yoga-Praxis erlernen wollen.

Die Beziehung zwischen Lehrer:in und Schüler:in bildet in Indien seit jeher die Stütze der Yoga-Tradition. Der Lehrer führt die Schüler durch Haltungen und schneidet die Praxis auf die einzigartigen Bedürfnisse und Fähigkeiten jeder Person zu.

Die Schüler:innen üben nur Haltungen aus, die gegeben werden. 

Als Schüleri:n bedeutet das, dass du von deiner Lehrerin eine direkte Anleitung erhältst, welche Haltungen zu üben sind und wie.
Die Haltungen folgen den Sequenzen, die dir das geben werden, was du im Laufe der Zeit brauchst.

Alle von uns beginnen mit der gleichen Abfolge von Haltungen, aber wir alle üben in unserem ureigenenTempo.
Anfangs scheint es schwierig die Sequenzen der Haltungen zu lernen doch mit kontinuierlicher Übung wirst du die Sequenz auswendig lernen.
Dann wird deine Praxis frei fließen, basierend auf dem Rhythmus deines eigenen Atems.
Hier beginnt Yoga.

Du musst nicht darüber nachdenken, welche Haltung als nächstes zu tun ist, oder warten, bis es dir jemand sagt. Du wirst es wissen. Und du brauchst dir auch keine Sorgen zu machen, dass du die Reihenfolge der Haltungen verwechselt hast. Das haben wir alle schon durchgemacht. Jeder im Raum musste die gleiche Sequenz lernen, um damit zu beginnen. Und deine Lehrerin wird dir immer helfen wenn du es brauchst. Du wirst genau das praktizieren was richtig ist für dich. Du wirst vielleicht auch bemerken, dass die anderen Schüler:innen mehr Haltungen üben, Haltungen welche vielleicht „fortgeschritten“ scheinen.
Mach dir bitte keine Gedanken darüber, was andere Leute tun.

„Fortschritt“ wird in dieser Praxis nicht daran gemessen, wie viele oder welche Haltungen ein Schüler tun kann oder wie sie von aussen betrachtet aussehen.
Wir können Yoga nicht wirklich messen.

Viel wichtiger ist, wie sich unsere Lebensqualität und unsere Beziehung uns selbst gegenüber und vor allem mit jenen, mit denen wir unser Leben verbringen verbessern.

Ziel dieser Praxis ist es bei sich zu bleiben, die eigenen Grenzen wahrzunehmen, die Körperwahrnehmung zu schulen und sich nicht mit den anderen zu vergleichen.

Wir leben in einer Welt, in der es oft um Ziele und messbare, schnelle Ergebnisse geht. Immer öfter fühlt sich unser Leben wie ein ständiger Wettbewerb an – gegen die anderen, aber vor allem gegen uns selbst. Ashtanga Yoga ist heute zu oft ein Teil dieser Tendenz – mehr Asanas, die nächste Serie und soviel wie nur möglich. Aber der Sinn einer wahren Yogapraxis liegt eben nicht in einer erneuten Illusion der Selbstoptimierung, sondern in der Akzeptanz unserer selbst.

Fortgeschritten sein hat im Ashtanga Yoga nichts mit Asana zu tun.